# Machbarkeitsstudie Tiefe Geothermie Münster - Los 3: Artenschutzrechtliche Prüfung

Zuschlag erteilt

Stadtwerke Münster GmbH hat den Auftrag für Ingenieur- und Planungsleistungen in Münster am 03.04.2024 vergeben, Zuschlag an Einzelunternehmen aus Bielefeld.

- Auftraggeber: [Stadtwerke Münster GmbH](https://vergabeweiser.de/vergabestelle/stadtwerke-muenster-gmbh)
- Was: Ingenieur- und Planungsleistungen: Machbarkeitsstudie Tiefe Geothermie Münster - Los 3: Artenschutzrechtliche Prüfung
- Wo: Münster, Nordrhein-Westfalen
- Wer kann anbieten: Jedes Unternehmen, das die Anforderungen der Vergabeunterlagen erfüllt.
- Zuschlag an: Einzelunternehmen aus Bielefeld
- Zuschlag am: 03.04.2024
- Summe: nicht veröffentlicht
- Angebote: nicht veröffentlicht

## Gewinner

- Einzelunternehmen aus Bielefeld

## Leistungsumfang

Beginnend im Jahr 2019 haben die Stadtwerke Münster eine Grüne Erzeugungsstrategie für die Dekarbonisierung der leitungsgebundenen Wärme entwickelt und bevorzugte erneuerbare Erzeugungstechnologien hierfür herausgearbeitet. Eine dieser Erzeugungstechnologien ist die Tiefe Geothermie, da vorliegende Informationen, insbesondere durch die Ergebnisse der 2D-Seismik des Landes NRW aus 2021, eine gewisse Höffigkeit und das Vorhandensein von mehreren Reservoiren zeigen. Die Stadtwerke Münster wurden in diesem Kontext ermutigt, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Über die gute Vernetzung in die Branche und die relative Größe des Unternehmens kann das Vorhaben Vorbildcharakter für weitere Versorgungsunternehmen in NRW entwickeln. Die Nutzung von Erdwärme aus der Tiefe, kurz Tiefe Geothermie, stellt eine fortschrittliche Möglichkeit dar, CO2-freie Wärme für die Versorgung von Kunden zu gewinnen. Ziel der Stadtwerke Münster ist es das „Greenfield“ Tiefe Geothermie im Münsterland erfolgreich zu erschließen. Münster verfügt über drei potenzielle Reservoire für die Nutzung von Tiefer Geothermie: die Oberkreide in etwa 1.000 m Tiefe und zwei paläozoische Reservoire in Tiefen von mehr als 4.500 m. Zur weiteren Abschätzung des Potenzials soll eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Hierzu ist ein Förderantrag über progress.NRW – Innovation gestellt worden. Ziel der Machbarkeitsstudie ist die weitere Exploration der Tiefen Geothermie und Herbeiführung einer Entscheidung, ob und an welchem Standort eine erste Explorationsbohrung abgeteuft werden kann. Die genannten Reservoire werden auf Basis einer erweiterten Datenaufnahme und Auswertung im Rahmen einer durchzuführenden 3D-Seismik hinsichtlich des vorhandenen Potenzials exploriert. Diese aufgenommenen Daten fließen in die Entwicklung eines Bewertungsmodell zur Ermittlung von geothermischen Vorzugsstandorten ein. Dieser Modellansatz soll auf andere Standorte in NRW übertragen werden können. Darüber hinaus soll aus den gemachten Erfahrungen heraus ein „Best Practice“-Leitfaden erstellt werden, welcher die weitere Entwicklung der Tiefen Geothermie in NRW anstoßen und unterstützen soll.

## Angaben laut Bekanntmachung

- Verfahren: nicht angegeben (EU-weit)
- Art des Auftrags: Dienstleistung
- Geschätzter Wert: nicht angegeben
- Nachprüfung: Vergabekammer Westfalen
- CPV-Code: 71351200-5
- CPV-Bezeichnung: Geologische und geophysikalische Beratung
- Bekanntmachungs-ID: 6d266c20-1f08-456b-b5f8-249c4ff12c75

## Verlauf

- 22.08.2024: Vertragsänderung veröffentlicht · Eine Änderung des öffentlichen Auftrags ist nach § 132 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GWB ohne Durchführung eines neuen Vergabeverfahrens zulässig, wenn zusätzliche Liefer-, Bau- oder Dienstleistungen erforderlich geworden sind, die nicht in den ursprünglichen Vergabeunterlagen vorgesehen waren, und ein Wechsel des Auftragnehmers a) aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen nicht erfolgen kann und b) mit erheblichen Schwierigkeiten oder beträchtlichen Zusatzkosten für den öffentlichen Auftraggeber verbunden wäre. Nach den ersten Arbeitsergebnissen zum Fachbeitrag Artenschutzrechtlichen Prüfung und den ersten Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Münster wurde die Notwendigkeit einer weitergehenden Prüfung und Begutachtung von Natur- und Vogelschutzgebieten festgestellt, welche durch die seismischen Messungen betroffen sein werden. Diese weitergehende Prüfung war bisher kein Gegenstand der Ausschreibung und der Planungen für das Projekt. Die Beauftragung eines „neuen“ Auftragnehmers wäre zwar grundsätzlich möglich, im Ergebnis aber unwirtschaftlich, da ein neuer Auftragnehmer sich erst in den Auftrag einarbeiten müsste und dies zu einem erheblichen Zeitverlust oder beträchtlichen Zusatzkosten für die Stadtwerke Münster führen würde. 1. Wirtschaftliche Unmöglichkeit: Die wirtschaftliche Unmöglichkeit eines Auftragnehmerwechsels ist insbesondere dann anzunehmen, wenn der Zeitverlust, der durch ein neues Vergabeverfahren und die Auftragsvorbereitung eines in Betracht kommenden Drittunternehmers eintreten würde, aus zwingenden terminlichen oder ablaufbezogenen Gründen beim ursprünglichen Auftragnehmer und/oder beim Auftraggeber nicht verkraftet werden könnte, vielmehr zum Scheitern des Auftragsprojekts führen würde (vgl. Jaeger, in: Münchener Kommentar zum Wettbewerbsrecht, 4. Auflage 2022, § 132 GWB, Rn. 35 m. w. Nachw). So liegt der Fall hier. Auf Grundlage der Ergebnisse aus den Gutachten muss der Naturschutzbeirat, welcher über landschaftsrechtliche Befreiungen entscheidet, beteiligt werden. Der Beirat tagt vor geplantem Messbeginn nur noch an den Terminen 15. Mai 2024 und 18. September 2024. Sollten die Ergebnisse erst zum zweiten Termin vorliegen, was bei einer erneuten europaweiten Ausschreibung der Fall wäre, können etwaige nachgeforderte Unterlagen nicht mehr vor Messstart der Seismik beigebracht werden. Als Folge würde hierdurch das Projekt der 3D-Seismik nicht die notwendige Datenqualität liefern oder müsste sogar komplett verschoben werden. Dies würde erhebliche Verzögerungen im Gesamtkontext des geförderten Projekts der Machbarkeitsstudie zur geothermischen Explorationsbohrung sowie wirtschaftliche Konsequenzen und einen enormen Mehraufwand für die Stadtwerke Münster bedeuten. Hieraus gefolgert, muss mit diesen Gutachten äußerst zeitnah begonnen werden und die Unterlagen bereits in den ersten Termin des Naturschutzbeirats eingebracht werden. 2. Erhebliche Schwierigkeiten/ Beträchtliche Zusatzkosten: Der Auftragnehmerwechsel muss zudem mit erheblichen Schwierigkeiten oder beträchtlichen Zusatzkosten für den Auftraggeber verbunden sein, § 132 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 lit. b GWB. Erforderlich ist insofern, dass die Erbringung der Zusatzleistung durch einen anderen Auftragnehmer entweder zu längeren Verzögerungen in der Nutzung der Hauptleistung und/oder zu komplexen technischen Anpassungsnotwendigkeiten und/oder Mehrkosten führt, die in keinem angemessenen Verhältnis zum Wert der Zusatzleistungen stehen (vgl. Ziekow, in: Ziekow/ Völlink, Vergaberecht, 5. Auflage 2024, § 132 GWB, Rn. 49). Um das Projekt der 3D-Seismik erfolgreich durchzuführen, müssen dem Naturschutzbeirat folglich schnellstmöglich die Ergebnisse der Gutachten vorgelegt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Projekt nicht die notwendige Datenqualität liefern würde oder sogar komplett verschoben werden müsste. Insbesondere im Hinblick auf die nahenden Tagungstermine des Naturschutzbeirates ist somit ein Nachtrag geboten. Andernfalls würden erhebliche Verzögerungen im Gesamtkontext des geförderten Projekts der Machbarkeitsstudie zur geothermischen Explorationsbohrung sowie wirtschaftliche Konsequenzen und ein enormer Mehraufwand für die Stadtwerke Münster entstehen. 3. Ergebnis: Aus diesen Gründen ist die nachträgliche Beauftragung ohne Durchführung eines neuen Vergabeverfahrens zulässig. Die Wertgrenze für Zusatzleistungen gemäß § 132 Abs. 2 Satz 2 GWB gilt gemäß § 142 Nr. 3 GWB nicht für Aufträge von Sektorenauftraggebern, wie hier vorliegend.

## Häufige Fragen

**Wer hat den Auftrag bekommen?**
Den Zuschlag hat Einzelunternehmen aus Bielefeld erhalten.

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Quelle: Bekanntmachung auf oeffentlichevergabe.de (CC0), https://oeffentlichevergabe.de/ui/de/search/details?noticeId=6d266c20-1f08-456b-b5f8-249c4ff12c75. Maßgeblich ist die Bekanntmachung. Seite: https://vergabeweiser.de/ausschreibung/machbarkeitsstudie-tiefe-geothermie-muenster-los-3-6d266c20
